Chronik

25 Jahre Tennisclub Oberrot

1978     -     Vereinsgründung
 In den Jahren 1970 bis 1980 zog der Tennissport auch in die Dörfer ein. Viele Abteilungen und Vereine wurden in dieser Zeit gegründet.In Oberrot gab Bürgermeister Günther Mayr und die Gemeindeverwaltung den Anstoß dazu. Die Interessenten wurden zu einer Information eingeladen.Nach weiteren Versammlungen im August und November 1977 konnte der Verein am 1. Februar 1978 mit 16 Gründungsmitgliedern zum Leben erweckt werden.Vorsitzender Winfried Nolle, 2. Vorsitzender Klaus Deuble, Kassier Bernhard Benz und Schriftführer Norbert Worthmann begaben sich auf Standortsuche für den zu bauenden Tennisplatz.

1979     -     Suche nach einem Baugrundstück
Die zog sich hin. Von der Vorstandschaft wurden ca. 10 verschiedene Standorte untersucht und teilweise auch schriftliche Bauvoranfragen eingereicht. Sie scheiterten aus Gründen des Natur- und Landschaftsschutzes, an der zu teuren Erschließung oder auch daran, dass die Grundstücke nicht zu erwerben waren.Einige Mitglieder drohten damit, wieder aus dem Verein auszutreten, wenn nicht bald eine Lösung gefunden würde.Es blieben noch zwei Standorte übrig: Beim Sportplatz und bei der Schule. Die Möglichkeit beim Sportplatz erschien der Vorstandschaft weniger geeignet. Man befürchtete Lärmimmissionen vom benachbarten Sägewerk und vom Spielbetrieb auf dem Sportplatz.Für eventuelle Erweiterungen wäre außerdem zu wenig Platz geblieben. So hofften wir auf das Gelände unterhalb der Schule. Im Frühjahr 1979 war es tatsächlich möglich, dieses Gelände zu erwerben. Wir sind heute noch dem Gemeinderat und Bürgermeister Mayr a.D. dafür dankbar, dass dieser ideale Standort möglich wurde.

1979     -     Bau der ersten Plätze
In der außerordentlichen Hauptversammlung am 18.05.1979 entschieden sich die Mitglieder mit acht zu vier Stimmen für Sandplätze. Die Entscheidung fiel damit gegen einen Green-Set-Belag mit der Möglichkeit, im Winter einen Eislaufplatz einzurichten. 25 Jahre später und an Erfahrung reicher wissen besonders die älteren Spieler die Vorzüge eines Sandplatzes zu schätzen. Der Auftrag zum Bau der Plätze wurde noch am selben Abend vergeben. Mitte Juni rollten die Laster an und Ende August waren die Plätze fertig. So blieben gerade noch zwei Monate für den Spielbetrieb.

1980     -     "Eine Tennishalle in Oberrot"
So lautete 1980 die Überschrift eines Berichts im „Kocherboten" von der außerordentlichen Hauptversammlung. In jenem Jahr hat ein Privatmann und ehemaliger Tennis-Bundesliga-Spieler sein Interesse bekundet, in unmittelbarer Nähe zu den Tennisplätzen eine Tennishalle zu bauen. Da der Bau eines Clubhauses schon angedacht war, lag es nahe, dieses in Verbindung mit der Tennishalle zu planen. Je konkreter die Planungen wurden, desto desinteressierter zeigte sich der private Investor. So nahm man von diesem Projekt wieder Abstand. Nach heutigem Stand der Dinge sind wir froh, dass damals die Sache im Sand verlief: Die Hallen in Gaildorf und in Murrhardt sind heute nicht mehr voll belegt. Statt der Tennishalle mit Clubhaus wurde im Frühjahr 1981 eine Fertiggarage auf die Fundamente gesetzt: Fortan diente sie als Geräte-, Umkleide- und Schankraum. Geduscht wurde nach wie vor in der Schule.

1983     -     Bau der Plätze 3 und 4
Für den auf über 100 Mitglieder angewachsenen Verein waren zwei Plätze bald nicht mehr ausreichend; Hobby- und Mannschaftssport waren kaum noch zu vereinbaren.
So war es glasklar: Es mussten weitere Plätze gebaut werden.
Vom bundesweiten Tennisboom bestärkt (Boris Becker und Steffi Graf kamen in ihre besten Jahre), riskierte die Vorstandschaft mit Vorsitzendem Gotthilf Steinle die Aufnahme neuer Schulden, obwohl die alten noch nicht abgetragen waren. 1983 wurden die Plätze 3 und 4 begonnen und fertig gestellt. Der Verein hatte damit innerhalb von 6 Jahren rund 172 000 DM investiert. Nach diesem Kraftakt verabschiedete sich die Mehrheit der Mitglieder vom Wunsch, ein Clubhaus zu bauen… Diese Mitglieder hatten aber den seit 10.12.1982 amtierenden Vorsitzenden Gotthilf Steinle unterschätzt!

1986 - 1988     -     Clubhausbau
Gotthilf Steinle - Namen ist Omen - hatte sich vorgenommen, bis zum 10-jährigen Vereins-Jubiläum ein Clubhaus zu bauen!Durch zinslose Darlehen einiger Mitglieder, glaubhaft dargestellte Eigenleistungen und großzügige Materialspenden der Firma Klenk und unseres Flach-Dach-Experten Wolfgang Barz, konnte die Finanzierung, zusammen mit einem Bankkredit, auf den Weg gebracht werden. Kassier Bernhard Benz verpflichtete Gotthilf Steinle, so lange Vorsitzender zu bleiben, bis die Schulden abbezahlt wären. Eine intensive Planungsphase lief an. Nur wenige Clubhäuser, die wir in dieser Zeit besichtigt haben, überzeugten uns. In einer außerordentlichen Hauptversammlung wurde der Clubhausbau am 19.09.1986 beschlossen und am Samstag, 11.10.1986 ging es bei ungünstigem Wetter los. Einige Mitglieder übertrafen mit ihrer Arbeitszeit auf dem Bau bei weitem d i e Zeit, die sie bis dahin mit Tennisspielen zugebracht hatten. Allen voran: Ausnahme-Idealist Gotthilf! Ein Glücksfall für den Verein waren auch die Mitglieder Dieter Sturm und Adolf Deimel. Dieter Sturm veredelte Innen- und Außenwände mit Putz. Adolf Deimel verlegte alle Boden- und Wandplatten einschließlich des Terrassenbelags. Nach 22 Monaten Bauzeit konnte, zusammen mit dem 10-jährigen Vereinsjubiläum, die Fertigstellung des Clubhauses gefeiert werden. Das geschah mit einem Festwochenende vom 12. bis 14. August 1988. Herausragend dabei war das Einlagespiel der Tennisdamen von Geroksruhe Stuttgart.

1989/1990     -     Beregnungsanlage
Wer nun glaubte, es träte eine Zeit der Ruhe ein, irrte sich ein weiteres Mal:
Um das lästige Bewässern per Schlauch zu minimieren, erhielten 1989 die Plätze 3 und 4 eine Beregnungsanlage. Selbstverständlich in Eigenleistung. 1990 wurde die dringend notwendig gewordene Erneuerung der Plätze 1 und 2 vorgenommen.Während die Erneuerung von einer Firma durchgeführt wurde, bauten die Männer vom „harten Kern" auch da eine Beregnungsanlage ein, man hatte ja inzwischen Erfahrung.

1993/1994     -     5. Platz und Kleinspielfeld
Der Mitgliederzuwachs hielt weiter an, eine große Zahl Jugendlicher trat in den Verein ein.Ein Platz musste für die Trainerinnen und Trainer freigehalten werden, Jugendmannschaften wurden zur Teilnahme an den Verbandsspielen gemeldet.Ein fünfter Platz war gefordert, dazu eine Ballwand zum Trainieren.So brachte die Vorstandschaft und der harte Kern im Verein weitere Opfer.Um die vorbildliche Jugendarbeit von Albrecht Klenk, Simone Förstner, Margarete Benz und Carmen Seidel noch besser zu unterstützen, entschied sich die Vorstandschaft für das Anlegen eines Kleinspielfeldes anstatt dem Bau einer Ballwand, die ungefähr das gleiche gekostet hätte. So wurden vom September 1993 bis Mai 1994 Platz 5 und das Kleinspielfeld angelegt. Die Jugendlichen nahmen das Kleinspielfeld mit Begeisterung an und keiner verschwendete an die Ballwand noch einen Gedanken. Der 5. Platz dient nun überwiegend dem Einzel- und Gruppentraining.

Erholungsphase und finanzielle Konsolidierung
Ein sechstes Spielfeld könnte man auch noch unterbringen. Einmal stand man kurz davor, auch das noch zu verwirklichen. Es wäre bei Verbandsspielen äußerst vorteilhaft gewesen… Aber die Tennisbegeisterung hat auch in Oberrot leicht nachgelassen, wenn auch nicht bei den Mitgliederzahlen, so doch im „Spieltrieb". Im Oktober sechs Plätze abräumen und im April herrichten? Na ja, verschoben bis? So kam es, dass der Verein um das Jahr 2000 tatsächlich seine Schulden abbezahlt hatte!

2002     -     Die Garage macht Platz für einen Geräteschuppen
Die Unterhaltung der größer werdenden Tennisanlage schlug sich zunehmend am Umfang der Gerätschaften nieder: Die Fertiggarage mit den angebauten vereinigten Hüttenwerken wurden zu eng. Handlungsbedarf zeichnete sich ab! Vorsitzender Karl-Heinz Möller und Kassier Bernhard Benz begannen wieder zu rechnen… Mit ausreichender Gewichtung der Eigenleistung war klar: Es kann wieder gebaut werden. Die Beherbergung der Gerätschaften sollte nicht einzige Aufgabe des Neubaus werden. Ein Kühlraum für die Endprodukte unseres traditionellen Schlachtfestes sollte dabei sein. Die Mengen gekühlter Getränke für zwei oder drei Verbandsspiele an einem Tag erforderten mit den notwendigen Kühlgeräten auch ihren Platz.
Umstritten war nur noch: Wird die vorhandene Garage integriert, soll der Schuppen ein Flachdach, Pultdach oder Satteldach erhalten, wie verkleiden wir ihn? Kontroverse Diskussionen mehrerer Entwürfe prüften bewährte Freundschaften. Trotz der Diskussionen (oder wegen dieser?) wurde es letztendlich ein ganz ansehnlicher, multifunktionaler Schuppen. Unsere Keimzelle, die Fertiggarage, entschwand an einem Autokran in Richtung Kraichgau. Sie trug zur Finanzierung des Nachfolgers nichts mehr bei. Zur Bauleitung wurde wiederum der für diese Aufgabe prädestinierte Gotthilf Steinle überredet, der 1997 als Vorsitzender in den „Ruhestand" ging und 1999 zum Ehrenpräsident gekürt wurde.
Das Richtfest feierten wir im Oktober 2002 mit Richtspruch, Essen und Trinken. In fröhlicher Geselligkeit soll es sehr früh geworden sein. Das Pfaffenhütchen, das mehr als einmal beim Bau gefährdet war und den Schutz seines hinübergegangenen Apfelbaumes sehr vermisste, konnte gerettet werden. Auch nach dem Bau des Schuppens steht der Verein noch schuldenfrei da! Wie ist das möglich?
Dem Verein wohlgesonnene Sponsoren trugen einen wesentlichen Teil dazu bei. So spendierte die Firma Klenk das Holz für die tragenden Elemente. Die Firma Fertighaus Weiß band es ab und errichtete den Rohbau in Ständerbauweise. Dach, Verschalung, Türen und Fenster waren bei den Handwerkern von Weiß ebenfalls in guten Händen.
Für diese noble Unterstützung gilt den langjährigen Mitgliedern Eugen Klenk, Christel und Volker Noller unser herzlichster Dank! Die Betonplatte und der Innenausbau wurden in Eigenleistung erbracht, einschließlich der notwendigen Leitungen. Die Damen I , II und unsere Seniorinnen verdienten sich beim Streichen der Bauhölzer Anerkennung. Blasen soll es auch gegeben haben. Vorstand Karl-Heinz Möller ging immer mit gutem Beispiel voran, organisierte und motivierte. So fiel es keinem schwer, mit Erdreich und Beton zu kämpfen. Ein Novum in unserer Vereinsgeschichte: Selbst Nichtmitglieder haben sich mächtig in's Zeug gelegt und geholfen! Abschließend zu dieser Episode ein Spruch unseres Kassiers: „So, jetzt wird au mol wieder Tennis gschpielt ond ned blos emmer gschaffd!"

Vereinsleben
Mit den vielen Eigenleistungen an der Anlage, durch sportliche Erfolge, Niederlagen und viele Feiern wuchs in diesen 25 Jahren eine verschworene Gemeinschaft zusammen.
Sie bildet für den Verein ein belastbares Fundament.
Was gibt es schöneres, als nach getaner Arbeit bei einem zünftigen Vesper, gewürzt mit Roland Hägele's berühmt-berüchtigtem Humor in fröhlicher Runde Hunger und Durst zu stillen?
Wer im Verein richtig dabei ist, bräuchte zumindest im Sommer- Halbjahr keine anderen Freizeitbeschäftigungen:
Im Jahreslauf fest etabliert sind das Schlachtfest (meist müssen zwei Schweine dran glauben), die Frühjahrsinstandsetzung, Opening- Party, 1.-Mai-Wanderung, Verbands- und Freundschaftsspiele, Clubmeisterschaften, der Jahresausflug, Platz abräumen und der Jahresabschluss.
Wer sich dazu noch am Schankdienst beteiligt, ist noch mehr ausgelastet. Solche Leute verrichten einen besonders wichtigen Dienst, stellen sie doch eine der Einnahmequellen für den Verein sicher.
Beruhigend für die Mitglieder ist, dass der Verein im Jubiläumsjahr auch nach dem Bau des Schuppens dank der großzügigen Spenden, der außergewöhnlich engagierten und soliden Vereinsführung schuldenfrei in die Zukunft gehen kann!


Fertighauss Weiss

Ammon Finanzberatung